Energie-Puppenspiel wird ein Film - "Peter und der Stromfresser" sollen dauerhaft für die Bildungsarbeit zur Verfügung stehen

In einem gemeinsamen Projekt des Vereins Biomasse Schraden und der Stadt Uebigau-Wahrenbrück wird aktuell aus dem Puppentheaterspiel "Peter und das Stromfresserchen" ein Film. Dieser soll künftig dauerhaft für die Bildungsarbeit zum Thema Energiesparen zur Verfügung stehen.

Drei Jahre gibt es sie schon, die "Energiepuppen" der Puppenbühne "Regenbogen". Puppenspielerin Karin Heym aus Frankena hat sich einst vom Verein Biomasse Schraden aus Großthiemig und der Stadt Uebigau-Wahrenbrück mit ins Boot holen lassen und die Figuren vom Peter, seiner Großmutter, dem Hund Struppi, dem Energiesheriff und dem Stromfresserchen zum Leben erweckt. Die Idee damals: mit Hilfe von Puppen solch einen trockenen Stoff wie Energieeinsparen im Haushalt zu erläutern. Die Premiere des Stücks "Peter und das Stromfresserchen" folgte im Rahmen der städtischen Messe für Erneuerbare Energien 2014 in der Brikettfabrik "Louise".

Erst trocken, dann mit Publikum
Drei Jahre später an gleicher Stelle soll nun ein nächstes Kapitel des inzwischen beliebten und erfolgreichen Puppentheaterspiels geschrieben werden. Ein Film ist im Entstehen. Das Beiwerk dazu: die Puppenbühne mit ihrem Stück, Kinder und ein professionelles Filmteam. Das hat schon am Vormittag seine Arbeit begonnen und das Theaterstück ohne Publikum aufgenommen. Für Puppenspielerin Karin Heym eine besondere Herausforderung, gehört für sie die Interaktion mit dem Publikum doch dazu, wie die Puppen selbst. Und wie es bei einem Filmdreh so ist, hieß es immer wieder: Bitte diese Szene noch einmal, bitte besser auf der anderen Seite stehen, bitte die Puppe etwas anders halten...

Kaum ist das im Kasten, folgt der nächste Dreh. Diesmal das Theaterstück vor Publikum. Eingeladen dazu waren am Mittwochnachmittag Mädchen und Jungen aus dem Uebigau-Wahrenbrücker Stadtgebiet. Zuerst einmal wurde das Stück gespielt. Später folgten noch Aufnahmen für gestellte Szenen: besonders begeisterter Applaus, kräftiges Füßetrampeln. Lachen und Erschrecken. Die Kinder hatten dabei sichtbaren Spaß. Ganz zum Schluss durften noch einige dem Filmteam erzählen, zum Beispiel was ihnen beim Stück besonders gefallen hat, was sie übers Stromsparen gelernt haben und ob sie Freunden das Theaterstück empfehlen würden.

Das professionelle Filmteam aus Berlin hat nun einige Stunden Material im Kasten und kann sich an die Arbeit machen, dies zu einem Film zusammenzuschneiden. Dieser soll Anfang des nächsten Jahres fertig sein. Zur Freude der Auftraggeber: dem Verein Biomasse Schraden und der Stadt Uebigau-Wahrenbrück, die damit Bildungsarbeit in Sachen Energie und Energiesparen vorantreiben wollen. Das Puppentheater zu den Kindern kommen zu lassen oder umgekehrt, sei immer ein kleines logistisches Problem gewesen, erinnert Yvonne Raban vom Verein. Um künftig noch mehr und mit weniger Aufwand Kinder erreichen zu können, sei die Idee mit dem Film gereift, berichtet sie. "Abnehmer" fänden sich zum Beispiel bei Energie- und Klimaprojekten in Schulen sowie in den Häusern der kleinen Forscher.

Partner, die bei der Finanzierung des Projekts helfen, habe man beim Landkreis gefunden. "Land(auf)Schwung" heißt das Projekt, über das finanzielle Hilfen für das mit knapp 40 000 Euro Gesamtkosten veranschlagte Vorhaben fließen.

Zweiter Schritt: Schulprojekte
Das beinhaltet aber nicht nur das Erstellen des Films, sondern geht in einem zweiten Schritt noch weiter. "Wir wollen zukünftig auch Energieprojekte in Schulen anbieten", ergänzt Yvonne Raban. An ihrer Seite weiß sie dabei Daniel Willeke, den Klimamanager der Stadt Uebigau-Wahrenbrück, auf dessen Agenda Bildungsarbeit mit ganz oben steht. Der Film könnte gleich als unterhaltsame Einführung in das Thema dienen.

Außerdem will man spezielle Energiekoffer packen, die bei den Schulprojekten Verwendung finden. "Da könnten zum Beispiel Messgeräte für Strom und Wärme drin sein", macht Willeke deutlich. Verein und Stadt wollen zuerst einmal derartige Energie-Projekte in zwei Schulen der Region begleiten. Generell sollen die Energiekoffer aber so konzipiert und mit Anleitungen versehen sein, dass sie von Schulen später eigenständig genutzt werden können.

In der "Louise" nähern sich die Dreharbeiten inzwischen ihrem Ende. Die kleine Jenna hält zum Abschied den Satz bereit, der das Herz aller Verantwortlichen höher schlagen lässt: "Ich würde mir das Theaterstück gern noch einmal ansehen." Kann sie bestimmt schon bald - entweder wieder live oder eben als Film.


Quelle: Lausitzer Rundschau / Elsterwerda (10.12.2016)

Drucken